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Kreisweit erste Kooperation
zwischen Pflege und Gymnasium:
Daniel Spieler (v.l.), Rosemarie Amos-Ziegler
und Peter Bizer.
Foto: WGfS

Die WGfS, die in Filderstadt mit 200 Mitarbeitern 130 Senioren pflegt, kennt keinen Fachkräftemangel. Der Grund sind vier Kooperationen mit Haupt- und Realschulen, die nun um diese mit einem Gymnasium ergänzt wird. „Damit tragen wir der Akademisierung unserer Branche Rechnung“, sagt WGfS-Inhaberin Rosemarie Ziegler.

Um vermehrt Abiturienten für eine Karriere in der Pflege zu gewinnen, ist die Wohngemeinschaft für Senioren (WGfS) eine Kooperation mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium eingegangen. Bogy- und Sozialpraktika werden die typischen Schritte auf diesem Weg sein.

Schulleiter Peter Bizer, dessen Kollegium 620 Gymnasiasten unterrichtet, will mit der am Montag geleisteten Unterschrift das Sozialprofil seiner vierzügigen Bildungseinrichtung schärfen. Laut Daniel Spieler vom Beruflichen Ausbildungszentrum Esslingen ist dies kreisweit die erste Kooperation eines Altenheims mit einem Gymnasium. „Unsere Schüler bekommen so einen Zugang zur außerschulischen Realität“, sagt Bizer. Denkbar sei auch, dass Pflegefachkräfte den Unterricht gestalten.

„Fast alle Auszubildenden gewinnen wir über ein Praktikum“, sagt Amos-Ziegler, die aktuell 30 Auszubildende in drei Lehrjahren qualifiziert. So könne dies auch bei den Gymnasiasten sein, die nach dem Abitur etwa Pflegemanagement studieren und Führungskräfte werden können.

Schon heute ist die WGfS gelegentlich bei Rekruitingmessen der Industrie. Merken dann junge Männer, dass sie nicht Ingenieur werden wollen, sei mancher dankbar, in der Pflege eine Alternative zu finden. Die Männerquote liegt mit 25 Prozent, doppelt so hoch, wie branchenüblich.

Es sind Strategien wie diese, die dazu beitragen, dass das Pflegeheim doppelt so viele Bewerber hat wie es pro Jahr braucht. Dabei geben nicht allein die Noten den Ausschlag, genommen zu werden, sondern der soziale Umgang mit Senioren und Mitarbeitern. Konsequent war deshalb, dass Amos-Ziegler nun die erste Heimbetreiberin ist, die im Kreis Esslingen mit einem Gymnasium kooperiert.