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Die Sommerhitze und das Risiko des Flüssigkeitsmangels

Die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt bei 1,5 bis 2,5 Litern täglich, viele ältere Menschen trinken aber deutlich weniger, 41 Prozent der Menschen über 65 Jahre sogar weniger als 1,5 Liter pro Tag. Speziell in heißen Sommermonaten kann das gefährlich werden.

Was ist Dehydration und was sind ihre Folgen?

Dehydration bezeichnet einen Flüssigkeitsmangel im Körper. Dieser kann vorliegen, wenn man zu wenig Flüssigkeit aufnimmt oder zu viel davon verliert, zum Beispiel bei starkem Schwitzen im Sommer oder durch körperliche Betätigung. Sind also Flüssigkeitsaufnahme und -verlust nicht im Ausgleich, trocknet der Körper aus. Mögliche Folgen sind Schwäche oder Schwindel aufgrund von durch Dehydration ausgelösten Kreislaufstörungen und dadurch eine erhöhte Sturzgefahr. Die Gefäße verengen sich, der Körper wird schlecht durchblutet, die Folge ist auch eine erhöhte Anfälligkeit für Thrombose. Aber auch eine Beeinträchtigung der Wahrnehmung oder Gedächtnisleistung kann auftreten, gerade Letzteres kann in der falschen Umgebung zur Gefahr werden. Anzeichen dafür, dass zu wenig getrunken wurde, sind unter anderem ein trockener Mund, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, trockene Haut, trockene Schleimhäute, aber auch Müdigkeit, Schwäche und Schwindel. Ist zu wenig Flüssigkeit im Körper, kann auch die Niere nicht mehr richtig arbeiten, im Extremfall kann das bis zum Tod führen.

 

Wer ist betroffen?

Potenziell kann jeder Mensch betroffen sein, unabhängig von Alter, Geschlecht oder körperlichem Zustand. Wenn der Flüssigkeitshaushalt im Ungleichgewicht ist, treten negative Effekte auf. Aber gerade bei älteren Menschen kommen die weiter oben genannten Folgen am häufigsten vor und führen oft zu folgenschweren Unfällen, etwa im Falle eines Sturzes. Ebenfalls gefährdet sind Menschen mit einer hohen körperlichen Belastung, ob durch harte körperliche Arbeit oder das Arbeiten unter schwierigen Bedingungen, hier kann Dehydration nicht zuletzt auch zu schweren Arbeitsunfällen führen.

 

Wie kann man vorbeugen?

Für alle gilt es bei den aktuell hohen Temperaturen vermehrt auf die regelmäßige und ausreichende Zunahme von Flüssigkeit zu achten. Speziell trifft das bei älteren Menschen zu, gerade weil sich bei ihnen das Durstgefühl oft nicht oder erst zu spät meldet. Ein weitverbreiteter Trick ist es, sich bereits am Morgen die zu trinkende Menge Wasser bereitzustellen, so hat man immer im Blick, wie viel bereits getrunken wurde oder noch zu trinken ist. Besonders hilfreich kann dies für Menschen mit Gedächtnisproblemen oder Demenz sein. Mit passenden Hilfsmitteln wie Strohhalmen oder speziellen Bechern kann zudem das Trinken erleichtert werden. Wenn getrunken wird, sind gesunde Durstlöscher wie Wasser und ungesüßte Saftschorlen zu bevorzugen, diese versorgen den Körper mit wichtigen Stoffen. Hierbei sollten allerdings sehr heiße und sehr kalte Flüssigkeiten vermieden werden. Für besseren Geschmack kann Wasser mit Ingwer, Minze oder einer Zitronenscheibe „aufgepeppt“ werden. Sportler sollten beachten, dass die empfohlenen 1,5 bis 2,5 Litern täglich nicht ausreichen, je nach Belastung gilt es mehr zu trinken, auch hier sollte das Durstgefühl beachtet werden. Abschließend ist hier noch wichtig zu erwähnen, dass auch ein Überschreiten der individuell notwendigen Trinkmengen speziell bei Menschen mit Herz- oder Nierenproblemen ein Risiko darstellen kann. Oft kann ein Gespräch mit dem zuständigen Arzt für mehr Klarheit sorgen.

 

Was tut die WGfS gegen Dehydration bei Bewohnern und Kunden des ambulanten Dienstes?

In den Häusern der WGfS GmbH sowie im ambulanten Dienst geht man dank Digitalisierung und aufmerksamen MitarbeiterInnen noch einen Schritt weiter: Hier wird die Flüssigkeitsaufnahme via Software genau dokumentiert und ist somit chronologisch für alle einsehbar. Eine Übergabe oder das Führen von handschriftlichen Aufzeichnungen entfällt und Fachkräften können jederzeit einzusehen, welche Bewohner noch nichts oder noch deutlich zu wenig getrunken haben. Bei ambulanten Kunden, die meist nur ein oder zwei Besuche pro Tag erhalten, ist ein enger Kontakt mit Angehörigen unabdingbar, um zu wissen, ob zu wenig getrunken wurde. Zudem erkennen die fachlich gut ausgebildeten MitarbeiterInnen auch frühe Anzeichen von Dehydration und ergreifen bei Erkennen sofort Gegenmaßnahmen. Das Einführen von Ritualen in Kombination mit der dauerhaften Verfügbarkeit von Getränken kann ebenfalls helfen. Beim gemeinsamen Frühstück kann zudem effizienter zum Trinken motiviert werden, der Hinweis einer Person erreicht so gleich alle am Tisch sitzenden. Zusätzlich achten MitarbeiterInnen darauf, dass immer ausreichend Getränke zur Verfügung stehen, ein plötzlich auftretendes Durstgefühl kann dann mühelos gestillt werden. Nicht zuletzt ist aber auch der persönliche Kontakt mit den Bewohnern und Kunden wichtig, deshalb wird regelmäßig nach dem persönlichen Befinden gefragt. Während dieser vertraulichen Gespräche wird dann schnell klar, wie es der Person geht und wie eventuell vorliegende Beschwerden, beispielsweise Dehydration, gelindert werden können.

 

Quelle: "TK-Trinkstudie 65 +": https://www.tk.de/presse/themen/praevention/gesundheitsstudien/fluessigkeitsmangel-65-plus-2089330